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BIT 06-2014

BIT 6–2014 | 23 kamen aus über 100 km Entfernung zur Messe (ein Plus von 10 Prozent) und knapp jeder Zehnte reiste aus dem Ausland an. Auf die rückläufigen Besucherzahlen hatte dies keinen Einfluss. Geteiltes Echo In der offiziellen Pressemitteilung der Messe Stuttgart spiegelten die Statements ein geteiltes Echo wider. So betonte Bitkom-Geschäftsleiter Marco Junk: „Die Fachmessen IT & Business, CRM-Expo sowie DMS Expo sind die umfangreichste Herbst-Leistungsschau der IT-Wirtschaft. Hier wird ein außerordentlich breites Spektrum der Business IT gezeigt, von Business-Solutions über das Management von Kundenbeziehungen bis zu Enterprise-Content- Management.“ Prof. Claus Oetter, stellvertretender Geschäftsführer des Fachverbandes Software im VDMA, ergänzt: „Wir haben eine positive Gesamtstimmung erlebt. Die Themenfokussierung ist deutlicher hervorgetreten und die Entwicklung auf den Fachbühnen, die Qualität der Vorträge, hat sich weiter verbessert. Hier sind die Messen auf dem richtigen Weg. Zudem haben wir positive Effekte aufgrund der parallel stattfindenden Messen bemerkt. Ich wünsche mir, dass wir solche Synergien in Zukunft nach Möglichkeit noch mehr nutzen.“ Der VOI-Vorstandsvorsitzende Harald Klingelhöller äußerte hingegen: „Unumstritten ist die Qualität der Gespräche, die unsere Mitglieder und wir mit den Besuchern geführt haben, von einem fachlich hohen Niveau. Die DMS Expo zeigte aber auch, dass neue Formate innerhalb der Messehallen erforderlich sind, um die Sichtbarkeit zu steigern.“ Stammtischdiskussion In zünftiger Atmosphäre diskutierten ECM-Experten an Kampffmeyers Stammtisch auf der DMS Expo aktuelle Entwicklungen. Mit dabei waren Peter Collenbusch (IBM), Dr. Olaf Holst (Optimal Systems), Hanns Köhler Krüner (Gartner), Karl-Heinz Mosbach (ELO) und Michael Vietzke (Microsoft). Dr. Ulrich Kampffmeyer, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Project Consult, entlockte als Moderator mit provokativen Fragen seinen Gästen bei Bier und Brezeln interessante Bekenntnisse zu Akronymen wie DMS, ECM und EIM, dem Digital Business, Mobile und Cloud. Ebenso eine Rolle spielten IT-Sicherheit, nationale Regelungen und Innovationen in der Branche. Bereits zu Beginn formulierte Dr. Kampffmeyer die These: „ECM gibt’s nur noch, weil Gartner sich nicht von seinem Quadranten trennen kann.“ Nachdem Köhler-Krüner daraufhin den ECM-Begriff näher erläutert und gegen DMS abgegrenzt hatte, wurde weiter über die Positionierung diskutiert. Dr. Holst verdeutlichte: „Wir sind keine Branche. Wir sind unscharf in unserer Marktposition. Wir sind ein Segment im Bereich der Informationstechnologie.“ Das Publikum erfuhr, dass es für die Anbieter darauf ankommen wird, wie sie die Geschäftsanforderungen der Kunden unterstützen und Antworten auf Treiber wie Social, Mobile, Analytics und Cloud geben können. Als das Thema Cloud-Computing auf die Agenda kam, verriet Köhler- Krüner, dass nicht in erster Linie das Kostensenkungspotenzial ein Grund für Investitionen in die Cloud sei, vielmehr sei es die mögliche Agilität. Zum Thema Datensicherheit stellte er klar, dass ein Rechenzentrum in Deutschland allein kein Garant für eine 100- prozentige Sicherheit sei und erkannte: „Wir kommen vom Hölzchen aufs Stöckchen.“ So entließ Dr. Kampffmeyer seine Gäste nach einer Stunde mit der Aufforderung, in ihrem Schluss-Statement die wichtigsten Innovationen auf der DMS Expo zu nennen. Ein mahnender Hinweis kam von Dr. Holst: „Software muss noch mobiler und sexyer werden als sie ist, sonst wird sie niemand haben wollen.“ Köhler-Krüner gab dem Publikum mit auf den Weg: „Denken Sie außerhalb von eingefahrenen Strukturen!“ Die nächste Where IT works soll vom 29. September bis 1. Oktober 2015 in Stuttgart stattfinden. (www.where-it-works.de) Erstmals übernahm Dr. Nils Schmid, Baden-Württembergs Minister für Finanzen und Wirtschaft (rechts im Bild), die Schirmherrschaft für das IT-Messetrio. Im VOI-Dome, einer schallgedämpften aufblasbaren Zeltkonstruktion, konnten sich Besucher im Rahmen von Fachseminaren informieren.


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