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BIT 05-2014

BIT 5–2014 | 67 schriften, Musik, Karten und Bilder oder der Ost-Lesesaal. Hier herrschen optimale Arbeitsbedingungen für Forschung und Wissenschaft, ganz besonders im Zusammenhang mit dem alten Buch, das als wertvolles Kulturgut nachhaltig geschützt wird. Dr. Gillitzer: „Wichtig sind für uns hochauflösende Scans, die eine optimale Qualität sicherstellen.“ Zurzeit verfügt die Staatsbibliothek über sieben Bookeye- 4-Professional-Stationen, die bald noch um zwei weitere ergänzt werden. Hinzu kommen im Back-Office-Bereich noch fünf Bookeye-4-Professional- Geräte für die Dokumentenlieferung, die mit zusätzlicher Software für komplexere Workflows ausgestattet sind. Damit sind sie optimal in die gesamte BSB-Systemarchitektur integriert. Das ist besonders relevant, da die Bayerische Staatsbibliothek in Fernleihe und Dokumentenlieferung in Deutschland ganz vorne mit dabei ist, weit auch vor anderen bedeutenden wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland. Bei dem wissenschaftlichen Dokumentenlieferdienstes Subito belegt die BSB zusammen mit der Deutschen Zentralbibliothek für Medizin in Köln seit Jahren die Spitzenplätze als stärkste Lieferbibliotheken. Diese letzte Münchener Systemumstellung war viel radikaler, als sie von außen wahrgenommen wird. „Denn wir haben die gesamte Dienstleistung neu strukturiert und komplett ins eigene Haus geholt, wofür wir bisher externe Partner in Anspruch nehmen mussten“, erläutert der Leiter des Referats Dokumentenlieferung und elektronische Benutzungsdienste Dr. Gillitzer. „Das war für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Wir haben einfach im laufenden Betrieb sozusagen den Schalter umlegt. Es funktionierte perfekt ohne die geringste Unterbrechung. Unsere Kunden haben kaum etwas davon bemerkt.“ Die Rückmeldungen bestätigen Dr. Gillitzer und seinem Team: Alles läuft besser als zuvor. Die Frage nach dem Erfolgsrezept beantwortet Dr. Gillitzer ohne Neigung zum Interview mit Dr. Berthold Gillitzer Konsequent in Richtung Zukunft BIT Herr Dr. Gillitzer, vor zwölf Jahren begann Ihre Bibliothek als eine der ersten, von Fotokopierern auf Bookeye-Buch-Scanner umzustellen. Wie hat sich das bewährt? Dr. Berthold Gillitzer Die Buchschonung im Interesse der Bestands - erhaltung war uns von Anfang an besonders wichtig. Wir haben mit der ersten Bookeye-Generation nicht nur eine bedeutende Einsparung bei den Buchbindekosten für Reparaturen erreicht. Es gab und gibt auch deutlich weniger Fehl-Scans. Das bedeutet zunächst einmal Papierersparnis, aber Vorteile haben wir praktisch in allen Belangen: geringer Stromverbrauch, weniger Staub, keine Toner- oder andere Verbrauchsmaterialien, geringere Geräuschentwicklung. Die Geräte liefen jahrelang stabil, praktisch ohne Probleme. Das liegt natürlich auch daran, dass es hier im Vergleich zu Fotokopierern sehr wenig Mechanik gibt. BIT Die Zuverlässigkeit der Hardware war also der Hauptgrund, aus dem Sie sich nun für die Einführung des Bookeye 4 entschieden haben? Dr. Gillitzer Unser Haus war völlig offen für andere Systeme, was wir in einer entsprechend offenen Ausschreibung auch umgesetzt haben. Entscheidend ist dabei die Wirtschaftlichkeit im Sinne eines optimalen Preis-Leistungs- Verhältnisses. In dem Zusammenhang ist es eben auch wichtig, dass die neuen Bookeye-4-Systeme noch bessere Qualität bieten, z. B. bei der Buchfalzentzerrung oder durch die LED-Ausleuchtung der Vorlagen, die optimale Ergebnisse liefert. Die Rückmeldungen sind ausgesprochen positiv. Die Qualitätssteigerung wird von den Benutzern deutlich wahrgenommen. Außerdem sehen wir einen enormen Entwicklungsschritt in Richtung benutzerfreundlicher Ausstattung. Und genau auf der Nutzerfreundlichkeit liegt unser stärkster Akzent. BIT Waren Schulungen nötig? Dr. Gillitzer Die Bedienung über das Touchdisplay entspricht den privaten Nutzungsgewohnheiten unserer Besucher mit ihren eigenen Smartphones und Tablet-Computern. Entsprechend intuitiv bedienen sie die Bookeye- Selbstbedienungsstation. Am Tag X hatten wir eigentlich eine Aufbauzeit vereinbart und wollten danach etwas später als sonst nach einer kurzen Einweisung anfangen. Aber schon nach fünf Minuten fing der erste Nutzer problemlos ohne jede Hilfe zu scannen an. Die Bedienung ist weitgehend selbst - erklärend. Nichtsdestoweniger bieten wir mit einem Team vor Ort eine beratende Unterstützung unserer Nutzer an, die zusammen mit der guten Technik einen reibungslosen Start ermöglicht hat und von unseren Kunden sehr begrüßt wird. Eigene Schulungen brauchen wir nicht für die neuen Scanner. BIT Wie steht es um die Nachfrage nach Papierkopien? Dr. Gillitzer Wir stellen zunehmend ein geändertes Nutzungsverhalten fest. Die Nutzer scannen inzwischen lieber rein digital. Das passt auch zur konsequenten Ausrichtung der Bibliothek auf digitalen Content und digitale Services. Vereinzelt wird die Möglichkeit der Erstellung von Papierkopien nachgefragt und deshalb werden wir nach einer Übergangsphase auch das Ausdrucken als eigene Komponente wieder anbieten. Aber ganz gewiss gehört die Zukunft der Erstellung der Scans. Understatement: „Wir waren ein paar Jahre voraus im Denken, weil wir schon sehr frühzeitig auf die neuen Systeme umgestiegen sind. Jetzt bieten wir wieder einen Service auf der Höhe der Zeit.“ (www.imageaccess.de) Dr. Berthold Gillitzer, stellvertretender Abteilungsleiter Benutzungsdienste der Bayerischen Staatsbibliothek: „Vorteile haben wir praktisch in allen Belangen: geringer Stromverbrauch, weniger Staub, keine Toner- oder andere Verbrauchsmaterialien, geringere Geräuschentwicklung.“


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