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BIT 05-2014

Geschäftsprozesse 66 | BIT 5–2014 Scannen Umrüstung auf Bookeye 4: Bayerische Staatsbibliothek sichert Spitzenposition Auf der Höhe der Zeit Mitten im laufenden Betrieb schaffte Deutschlands zweitgrößte Bibliothek einen organisatorisch-technischen Systemwechsel ihrer Infrastruktur für ihre Scan-Dienste. Sie stellte zusammen mit der Dokumentenlieferung im Back-Office-Bereich die Selbstbedienungsstationen der Lesesäle auf die modernste Buch-Scanner-Generation um und übernahm gleichzeitig deren Betrieb, der zuvor von einem externen Dienstleistungsunternehmen erledigt wurde, in ihre eigene Regie: große Veränderungen, von denen die Nutzer nur wenig merkten. An der Münchener Ludwigstraße, schräg gegenüber der Ludwig-Maxi - milians-Uni, liegt der ideale Ort für analoge Kontaktpflege und digitalen Erkenntnisgewinn. Bei Studenten ist „die Stabi“ ein beliebter Treffpunkt. Sie ziehen aus dem Automaten im gemütlichen Café neben Schokoriegeln auch USB-Sticks, die sie später am Bookeye- 4-Scanner mit Inhalt füttern. Oder sie bringen ihre eigenen Datenträger mit. Ebenso verfahren gestandene Wissenschaftler, die zu Recherchen oft weite Reisen hierher unternehmen. Denn die Bayerische Staatsbibliothek (BSB) spielt nicht nur bundes-, sondern weltweit in der allerersten Liga. Rund 3000 Besucher kommen täglich in die sechs Lesesäle, um sich diese Quellen zu erschließen und in großem Umfang Seiten zu kopieren. Seit vielen Jahren stehen dafür keine Fotokopierer mehr bereit, sondern Bookeye-Scanner des Wuppertaler Spezialisten Image Access, seit wenigen Wochen sogar ausschließlich Systeme der jüngsten Generation Bookeye 4 Professional. Der Einsatz medienschonender Reproduktionsgeräte sparte der BSB bisher nicht nur große Summen an Buch-Restaurationskosten ein. Es war damit auch möglich, teilweise das frühere Kopierverbot wertvoller oder gefährdeter Bücher aufzuheben. „Dieser Bestand“, erinnert sich der Projektleiter und stellvertretende Leiter der Abteilung Benutzungsdienste Dr. Berthold Gillitzer, „gekennzeichnet durch rote Zettel in den Büchern, konnte für den Lesesaal geöffnet werden. Auch ein großer Teil der gebundenen Zeitschriften war vor der Bookeye-Einführung mit Kopierverbot belegt.“ Zählerstände von 200000 Scans pro Monat sind hier keine Seltenheit. Seit der letzten Systemumstellung wird das Ergebnis vorübergehend nur noch digital gespeichert, also nicht mehr ausgedruckt. Das vermisst kaum ein Nutzer, wie die BSB-Mitarbeiter glaubhaft versichern. Dennoch wird für den einzelnen Bedarf auch diese Möglichkeit demnächst wieder zur Verfügung stehen. Wichtiger sind aber die Angebote und neuen Features an den Scannern wie z. B. die Unterbrechungsfunktion. Diese bisher einzigartige Lösung wurde auf besonderen Wunsch der BSB erstmals realisiert. Wenn der Nutzer das Scannen – aus welchen Gründen auch immer – unterbricht, bleibt alles gespeichert, was er bisher gescannt hat. Das System erkennt Benutzer und noch nicht erledigte Jobs später anhand der Kopierkarten wieder, um die Arbeit fortzusetzen. Weil über die Kopierkarte des Nutzers die Daten eindeutig identifiziert werden können, wird hier eine enorme Flexibilität geboten und zugleich allen Erfordernissen von Datenschutz und Urheberrecht Rechnung getragen. Dr. Gillitzer: „Die Daten werden bis zu 24 Stunden lang vorgehalten.“ Abgerechnet werden über Benutzerkonten ausschließlich erfolgreiche Scans – also nur dann, wenn der Nutzer das Ergebnis nach Sichtung am Bildschirm akzeptiert und speichert. „Das gehört für uns zum umfassenden Service. Sonst geht womöglich die Recherche-Arbeit von Stunden verloren, wenn der Kunde einen langen Scan-Auftrag nicht auch unterbrechen kann, um z. B. seine Bezahlkarte aufzuladen, ohne dass die Daten für ihn gesichert werden“, ergänzt er. „Damit wird schützenswertes Material komfortabel nutzbar, nicht zuletzt bei größeren Aufträgen aus alten Bänden in Sonderlesesälen.“ Dazu gehört insbesondere der Aventinus-Fachlesesaal für Geschichte, „Bavarica“ (Bayerische Preziosen) und Altertumswissenschaften, aber auch die anderen Fachlesesäle für Hand- In der Bayerischen Staatsbibliothek stehen seit vielen Jahren keine Fotokopierer mehr, sondern Bookeye- Scanner des Wuppertaler Spezialisten Image Access – seit wenigen Wochen ausschließlich Systeme der jüngsten Generation Book eye 4 Professional.


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