Page 62

BIT 05-2014

Geschäftsprozesse 62 | BIT 5–2014 Titelstory BIT Herr Janich, welche Produkte bzw. Lösungen bilden heute den Tätigkeitsschwerpunkt von Janich & Klass? Dietmar Janich Janich & Klass hat heute die wesentlichen Schwerpunkte DpuScan, Xino und Industrieautomation. Im letzteren Bereich stellen wir diverse Automatisierungskomponenten und Geräte aus selbst entwickelter PCTechnik zum Einsatz in Verpackungsmaschinen, Schraubautomaten für die Automobilindustrie, Zutrittskontroll - systemen, Alarm-Controllern für Containerschiffe her – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Das Display im Xino-Scanner ist ebenfalls ein Produkt, das wir aus unserem Industriebereich übernommen haben. Die Bildverarbeitung, Kamera und Transportsteuerung sind dagegen Spezialentwicklungen für den Scanner. BIT Herr Klinke, was zeichnet den Xino-Scanner aus? Andreas Klinke In diesem System stecken die gesamte Erfahrung und das Know-how beider Unternehmen – und das nicht nur in Bezug auf Paper-Handling, Imaging und Funktionalität. Und nicht zu vergessen die außergewöhn - liche Stabilität, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit des Xinos. Unsere Scanner finden Sie auf der ganzen Welt und die Systeme müssen unter teilweise abenteuerlichen Produktionsbedingungen arbeiten und jede Herausforderung meistern. BIT Und was ist das Besondere an der Zusammenarbeit der beiden Schwesterunternehmen – das Erfolgsgeheimnis? Klinke Das Wissen um die große Kompetenz der Kollegen, die fachliche Qualität und das große Engagement jedes Einzelnen. Janich Jeder Kollege leistet seinen Beitrag zum Erfolg des Produktes – unabhängig von der Firmenzugehörigkeit und gegebenenfalls zusammen mit dem Kollegen der anderen Firma, wobei jeder sein spezielles Fachwissen einbringt. Inzwischen sind die Mitarbeiter praktisch schon zu einem gemeinsamen Team verschmolzen. BIT Welche Bedeutung hat die Scan-Lösung DpuScan heute? Janich Es gibt über 5 000 Installationen. Davon sind mehr als 1000 unter Wartung. Weitere Installationen, oft auch verbunden mit Dienstleistungen, erfolgen jeden Monat. DpuScan steht für ca. 40 Prozent des Umsatzes von Janich & Klass. BIT Wie sind Sie damals auf die Idee gekommen, ein Document- Imaging-System zu entwickeln? Was war der Hintergrund? Janich Zu unseren Industriekunden gehörte die Firma Minox – genau, die mit den Kameras für 007 und Kollegen. Sie haben mit unseren Baugruppen COM-Anlagen gebaut, mit denen sie Daten auf Mikrofiches geschrieben haben. Da wir gerade für das Bundeskriminalamt ein Interface und Treiber für eine WORM – etwas ganz neues zu der Zeit – erstellt hatten, kam die Idee auf, ein Subsystem mit WORM, Ganzseitenbildschirm und Interface zu einem Rechner zu bauen, als Minodok zu vermarkten und dann statt Mikrofiches nur noch WORMs zu verteilen. 1987 hatten wir den Prototyp fertig. Die Resonanz war gut, aber es war kein marktreifes Produkt. So haben wir dann beschlossen, gemeinsam mit Minox den Nachfolger unter dem Namen Minodok 2 zu entwickeln. Kurz vor der Fertigstellung ging Minox in Insolvenz und wir haben dann das Produkt unter dem Namen JK-DOK selbst angeboten. Das Konzept des Subsystems ließ sich aber ohne Minox nicht gut vermarkten. Erst als wir alles auf eine PC-Einsteckkarte komprimiert hatten war es ein vermarktungsfähiges Produkt. BIT Und warum war die legendäre und sehr leistungsfähige DPU-Karte „eigentlich“ eine Fehlentwicklung? Janich Die DPU1 war als 16-Bit-PCKarte konzipiert. Unser damaliger Entwicklungsleiter hat aber die 16-Bit-Erweiterung des ISA-Busses um 2 Millimeter zu weit hinten platziert. Sie passte deshalb nicht in einen 16-Bit- Steckplatz des PCs. Der Prototyp wurde deshalb in einem 8-Bit Steckplatz in Betrieb genommen und vom Entwicklerteam die umfangreiche Firmware und Treiber entwickelt. Für die Serienproduktion sollte er vorher den Steckerfehler beseitigen, damit die Karte in einem 16-Bit-Steckplatz genutzt werden kann. Statt den Stecker zu verschieben, hat er ihn einfach komplett entfernt. So wurde die DPU1 zu einer 8-Bit-Karte und war trotzdem deutlich schneller als die 16-Bit-Karten des Wettbewerbs. Erst als der Mann 1994 bei uns ausgeschieden war, konnten wir mit der DPU16+ eine noch viel schnellere Nachfolgekarte mit 16-Bit Interface präsentieren. Interview mit Dietmar Janich und Andreas Klinke Stark im Team Im Interview erzählen Dietmar Janich, Geschäftsführer der Janich & Klass GmbH, und Andreas Klinke, Geschäftsführer der Microform GmbH, von der Besonderheit, die die Zusam - men arbeit beider Schwesterunternehmen auszeichnet. Und geben noch ein paar Schmankerln aus der Firmenhistorie preis. Dietmar Janich, Geschäftsführer der Janich & Klass GmbH. Andreas Klinke, Geschäftsführer der Microform GmbH.


BIT 05-2014
To see the actual publication please follow the link above