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BIT 05-2014

messen und brauchten dazu geeignete Computer und Interface-Technik. Ich bot ihnen an, nach Düsseldorf zu kommen. Sie wollten aber unbedingt unsere Firma besuchen. Da das ja meine Studentenbude – Einzimmer-Apartment, 40 qm einschließlich Küche, Flur und Bad – war, wollte ich denen das unbedingt ausreden. Ging aber nicht. Sie kamen also. Es waren zwei Techniker, die da auftauchten. Mein Computer-Turm auf dem Schreibtisch hat sie begeistert. Zur Bewirtung der beiden hatte ich nur einen Kasten Bier auf dem Balkon. Den haben wir leer gemacht. Ein Jahr später hat die Dickenmessung bei Mannesmann einwandfrei und sehr genau funktioniert.“ Neben der erfolgreichen Industrieautomation stellte Janich & Klass 1987 ein erstes Document-Image-System mit WORM und Ganzseitenbildschirm vor – mit Bildaufbau auf dem Monitor innerhalb von 12 Sekunden. Zwei Jahre später war bereits Scale-to-Gray- Technik integriert und die Bildaufbauzeit betrug 2 Sekunden. 1991 hatte die Document Processing Unit 1 – DPU1 – alles auf einer Karte: Komprimierung, Dekomprimierung, Skalierung, direkte Ansteuerung von Scanner, Monitor und Drucker. Die Bildaufbauzeit betrug nur noch 0,3 Sekunden und die Verarbeitungsgeschwindigkeit lag bei 100 Bildern pro Minute. 1992 wurde eine SCSI-Schnittstelle mit Bildverarbeitungstechnologie für Bell + Howell, ein Jahr später für TDC (später Banctec), entwickelt. Das Unmögliche möglich machen „1992 haben wir auf der CeBIT unsere DPU1-Karte präsentiert,“ erzählt Dietmar Janich. „Wir hatten zwei Präsentationen vorbereitet: eine lief mit einem Bell + Howell Copiscan und die andere mit einem Ricoh IS 410. Der Copiscan hatte ein proprietäres Video- Interface und der Ricoh-Scanner eine SCSI-Schnittstelle. Während der Messe besuchten uns der amerikanische Vertriebschef und der Entwicklungsleiter übersetzen. Die Übersetzung lautete: ,Yes, we can‘. Nach kurzer Zeit hatten wir den Vertragsentwurf. Mit einer Prämie von 50000 US-Dollar, wenn die Demo mit der vorgegebenen Software mit dem Prototypen auf der AIIM-Show im Juni 1992 läuft. Bell + Howell hat bezahlt.“ Das SCSI-Interface von Bell + Howell war zunächst kompatibel mit Ricoh IS410, wurde aber durch die vielen Zusatzfunktionen erheblich erweitert. Mit dieser Karte konnte bereits eine sehr umfangreiche Bildverarbeitung erfolgen – z. B. gerade rücken, Ränder beschneiden, Barcodes suchen, Vorschaubilder erzeugen, störende Punkte entfernen und mehr. Dieser Befehlssatz wurde dann zum Standard vieler Scanner, da Janich & Klass diese Technik auch an andere Scanner- Hersteller verkauft hat. Im Jahr 1994 verarbeitete die DPU16+ als Nachfolger der DPU1 nun 500 Bilder pro Minute. 1995 konnte der damals schnellste Kodak-Scanner nur mit der DPU16+ in voller Geschwindigkeit betrieben werden. Ein weiteres Jahr später wurden Scanner von Banctec mit einer Scan-Geschwindigktei von 220 Blatt pro Minute serider Scanner-Division von Bell + Howell, um sich unsere Demo anzuschauen.“ Kurzum: Bell + Howell wollte ebenfalls eine SCSI-Schnittstelle für ihren Scanner haben. Diese sollte jedoch bereits drei Monate später auf der AIIM-Show in Anaheim als Demo laufen. Janich: „Nur drei Monate, und in dieser Zeit müssen wir auch noch einen amerikanischen Vertrag schaffen – unmöglich! Das mussten wir dann natürlich noch ins Englische Microform Microform wurde 1994 gegründet als Vertriebsgesellschaft für Mikrografie- und Dokumentenspeichersysteme. Das Unternehmen ist aus dem Bereich MDS Mikrografie und Dokumentensysteme der Agfa Gevaert AG hervorgegangen und hat viel Erfahrung im Umgang mit und bei der Verarbeitung von Papier – insbesondere bei hochvolumigen Anwendungen bei zentralen Organisationen in großen Unternehmen. Das Hochleistungs- Scan-System Xino S700 ist das Ergebnis gemeinsamer Entwicklungsarbeit des Technologie - unternehmens Janich & Klass und des Scanner-Spezialisten Microform. Eberhart ist seit 1999 das markante Firmenmaskottchen von Janich & Klass. BIT 5–2014 | 59


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