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BIT 05-2014

Geschäftsprozesse Dr. Werner Broermann, OMI Rasante Entwicklung 52 | BIT 5–2014 DMS Expo Management (ECM) wurde ein gemeinsamer Oberbegriff gefunden: Nicht nur Dokumente, sondern auch alle anderen Medienformen wie Bilder, Grafiken, Audioinhalte, Videos und Web - sites sollten zum Bestand dessen gehören, was diese Technologien verwalten, organisieren und bearbeiten. So sehr es auch Sinn machte, den Umgang dieser Technologien auf jede beliebige Art von Medien zu erweitern – nach dem Motto, wer sucht, möchte alles zum Thema Passende finden, unabhängig von seiner Medienform: Sie sind bislang auf der DMS nur in Ansätzen anzutreffen. Beispiel Content-Management Systeme: Sie gehören zum Wichtigsten, was die Unternehmen in Sachen „Content managen“ aufzubieten haben. Die Anbieter haben nach eigenem Bekunden eigentlich noch keine Messeheimat gefunden. Und noch schlimmer: Ihnen ist bislang noch nicht einmal aufgefallen, dass sie in diesen Reihen zuhause sind. So sind auf der letzten DMS Expo die Open-Source-Protagonisten dieser IT-Branche in ihrer locker-flockigen und durchaus erfrischenden Art mit ihrem CMS Garden aufgetreten, um der DMS-Gemeinde zu beweisen, dass der Open-Source-Gedanke die effektivere Entwicklungsplatt- Geburtsstunde der DMS als Dokumenten-Management zum Synonym für alles rund um die Archivierung. Dass damit die Keimzelle für eine ganze Reihe von weiteren Entwicklungen rund um das „Managen“ von Dokumenten gelegt war, war abzusehen – nur der Begriff in seiner durchaus allgemeineren Bedeutung verbraucht. So stand bereits vier Jahre später eine sehr schöpferische Uminterpretation des Kürzels DMS an: Ab dem Jahr 1999 stand das Akronym für „Documents – Security – Messaging“. Und da das auch nicht allgemein genug war, ab 2003 für „Digital-Management-Solutions“. Dies war dann wiederum so allgemein, dass darunter auch so ziemlich jedes IT-Thema passte. Damit war auch jedes Profil im Namen dahin – fortan wurde jede Neuinterpretation des Kürzels gemieden, wie auch die Nennung der Bezeichnung, für die sie stand. Eigentlich war allen Beteiligten klar, das DMS als Synonym für Technologien stand, für die man sich schwer tat, einen passenden Begriff zu finden. Dieser Widerspruch wurde bis heute nicht vollständig auf - gelöst. Mit Enterprise-Content- 20 Jahre sind gerade einmal knapp eine Generation – also im Sinne des technologischen Fortschritts eigentlich eine relativ kurze Zeit. In der IT dagegen war es ein enorm verdichteter Zeitraum: Er steht für eine rasante Entwicklung, die den individuellen wie geschäftlichen Alltag so umgreifend verändert und rationalisiert hat wie keine Epoche vorher. Es ist die ab - strakteste Form von Technologie, das stetige und allgegen wärtige Verfügbarmachen von „Information“ und ihre Umsetzung bis in die hintersten Winkel von geschäftlichen Vorgängen und Prozessen, die für diese Entwicklung gesorgt hat. Auch wenn immer noch die Mär vom nicht weg zu bekommenden Papier zum Repertoire eines jeden Technologiepropheten gehört: Gerade die „Ent - materialisierung“ der Informationen von ihrem Medium, dem Papier, ist der Treibsatz für diese Entwicklung gewesen. Und den damit einhergehenden Fortschritt zu vermitteln, dafür stand die DMS in diesen beiden Jahrzehnten. Das Dokument wurde elektronisch. Und seine Verarbeitung und Verwaltung wurden in der Leider ist die DMS Expo im Laufe der Jahre von einem Innovationsforum zu einer regionalen Messe geschrumpft. Nach 20 Jahren bedarf das Format dringend einer Überarbeitung – weg von aneinander gereihten Showcases hin zu einer Austausch-Plattform Dr. Werner Broermann, Leiter des Output Management Instituts (OMI): „Auf der letzten DMS Expo sind die Open-Source-Protagonisten dieser IT-Branche in ihrer locker-flockigen und durchaus erfrischenden Art mit ihrem CMS Garden aufgetreten, um der DMS-Gemeinde zu beweisen, dass der Open-Source-Gedanke die effektivere Entwicklungsplatt - form der CMS-Anwender sei.“ Christoph Pliete, Vorstandsvorsitzender Dvelop AG: „Nach 20 Jahren bedarf das Format dringend einer Überarbeitung – weg von aneinander gereihten Showcases hin zu einer Austausch-Plattform für Hersteller und Anwender.“ Christoph Pliete, Dvelop Überarbeitung notwendig form der CMS-Anwender sei – allerdings nicht ahnend, dass CM-Systeme kaum jemand auf der DMS Expo erwartet hatte, es also erstmal um ganz andere Aufgaben als die Verbreitung des Open-Source-Gedankens geht. So lassen sich noch andere IT-Branchen nennen, für die ähnliches zutrifft. Immerhin hat die DMS Expo durch die Übernahme der Stuttgarter Messe und Angliederung an die IT & Business die Chance bekommen, ihre Schnittstellen zu einer Reihe dieser Kandidaten zu aufzunehmen. Hier sind also vor allem die Anbieter, aber auch die Anwender gefragt – zu allererst ist es ihre Messe! für Hersteller und Anwender, wo Innovationen diskutiert und vorangetrieben werden können. Mit unserem Eigenformat d.forum sind wir damit seit Jahren erfolgreich. Gerne erinnere ich mich daran, wie wir mit Blicken über den „Leider ist die DMS Expo im Laufe der Jahre von einem Innovationsforum zu einer regionalen Messe geschrumpft.“ Tellerrand immer mal wieder frischen Wind in die DMS Expo gebracht haben, beispielsweise mit der Verleihung eines Preises für digitale Kunst – dem „d.velop digital art award ddaa“.


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