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BIT 05-2014

Geschäftsprozesse 20 Jahre ECM-Markt 26 | BIT 5–2014 23 Jahre Opentext: Meilensteine und Innovationen Gestern, heute, morgen Die Entwicklung einer Suchtechnologie, mit der man im jungen Internet der 1990er Jahre Wörter finden konnte – das war der Anfang von Opentext, heute Spezialist für Enterprise Information-Managment (EIM) und größtes kanadisches Software-Unternehmen. Über die Erfolgsgeschichte des Unternehmens berichtet Roger Illing, Vice President Enterprise Sales EMEA bei Opentext. Eine der ersten Suchmaschinen für das Web, die u. a. Yahoo verwendete, wurde von Opentext entwickelt. Niemand sucht jedoch ohne Grund, schon gar nicht im Unternehmenskontext. Dort finden sich viele Informationen – sowohl zu Sachverhalten als auch zu Wissensträgern –, die jedoch ab einer gewissen Organisationsgröße aufgrund von Abteilungsgrenzen und unterschiedlichen Zuständigkeiten, aber auch aufgrund international verteilter Standorte und Mitarbeiterfluktuation ungenutzt bleiben. Neue Konzepte und ihre Möglichkeiten Würden sie konsequent genutzt, könnten die Unternehmen ihre Innovationskraft steigern und beschleunigen. Voraussetzung hierfür war und ist jedoch, dass Mitarbeiter auf die gesuchten Informationen unternehmensweit zugreifen, dass sie Kollegen mit dem benötigten Spezialwissen ausfindig machen und mit ihnen jenseits von Zuständigkeiten und sonstigen Grenzen zusammenarbeiten können. Was man heute dank sozialer Medien und mobiler Endgeräte das Social Business nennt, hieß zur Jahrtausendwende „Hyperlinked Organization“ oder „Collaborative Business“ oder – wenn man die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick nahm – „Collaborative Commerce“. Zum ersten Mal beschrieben wurde dieses Konzept und seine Möglichkeiten für mehr Wachstum und Innovationen von zwei Japanern, Nonaka und Takeuchi, die sich vor allem mit der Frage beschäftigten, wie aus implizitem Wissen – also Wissen, das vielleicht nur als Idee oder gar als Bauchgefühl und Ahnung in einzelnen Mitarbeitern „steckte“ – explizites, also dokumentiertes und unternehmensweit nutzbares Wissen wird. Eine ihrer Erkenntnisse war, dass die Hürden, Ideen niederzuschreiben und mit Kollegen orts- und zeitzonenunabhängig auszutauschen und zu diskutieren, so weit wie möglich gesenkt werden mussten. Vom Dokumenten- zum Content-Management Technisch betrachtet brauchten Unternehmen also Funktionalitäten für Suche, Dokumenten-Management, Workflow und Collaboration. So lautete die Erkenntnis der Top-Manager von Opentext. Sie entwickelten deshalb ein Produkt, das die Ideen von Nonaka und Takeuchi in Form der genannten Funktionalitäten verwirklichte. Sie waren ihrer Zeit damit weit voraus, nicht zuletzt auch deshalb, weil das „Livelink“ genannte Produkt bereits Mitte der 1990er Jahre vollständig webbasiert war. Dies war auch der Mehrwert, den Opentext bieten konnte, als der Markt sich in den ersten 2000er Jahren von Dokumenten- zu Enterprise- Content-Management weiterentwickelte. Opentext übernahm in dieser Zeit mehrere Unternehmen, um die Brücke hin zu transaktionsorientierten Systemen und ihrer Welt der Daten zu schlagen, darunter insbesondere Ixos. Dieser Hersteller war mit der Archivierung von SAP-Daten groß geworden. Vom Content- zum Information Management Damit konnte Opentext wie kaum ein anderer Anbieter ab 2004 Inhalte, damals noch vor allem Dokumente, in den Geschäftskontext, der von Prozessen und Menschen bestimmt wird, stellen und ECM als wichtiges Mittel zur Wertschöpfung in den Unternehmen fest verankern. Weltmarktführer wie SAP, Microsoft oder Oracle entdeckten das Potenzial, das in den Opentext-Lösungen steckt, für ihre eigenen Kunden und sicherten daraufhin mittels strategischer Partnerschaften ihre Vorteile. Eine besondere Erwähnung verdient dabei die Partnerschaft mit SAP, denn zahlreiche Opentext-Lösungen stehen auf der Preisliste des Weltmarktführers aus Walldorf. Mehr noch: Opentext ist fester Bestandteil der SAP-Strategie für EIM, dem Nachfolger von ECM. Sind wir tatsächlich schon über das hinausgewachsen, was mit ECM beabsichtigt Roger Illing, Vice President Enterprise Sales EMEA bei Opentext: „Opentext konnte ab 2004 Inhalte in den Geschäftskontext stellen und ECM als wichtiges Mittel zur Wertschöpfung in den Unternehmen fest verankern.“


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